Fr-hst-ck-ueberfluessig

Bild15c8e7062ee45e

Das Frühstück: Lecker und unersetzlich oder einfach überflüssig?

Das Frühstück: Lecker und unersetzlich oder einfach überflüssig?

Fragen wir doch gleich mal direkt: Was gab es bei dir heute zum Frühstück? Genügt dir die schnelle Tasse Kaffee, warst du opulent schlemmen und hast die letzten Stunden mit deinen Freunden im Frühstückscafé verbracht oder stehst du gerade auf dem Weg zur Arbeit beim Bäcker an?

Lange Zeit galt das Frühstück als die wichtigste Mahlzeit des Tages. Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler – so lautet ein bekanntes Sprichwort. Dabei soll es angeblich sogar Menschen geben, die das Frühstück aus Überzeugung ganz ausfallen lassen. Doch was stimmt nun eigentlich? Gibt es eine Regel, die für alle gilt? Die aktuelle Ausgabe der Ernährungsrichtlinien des amerikanischen Gesundheitsministeriums bleibt uns die Antwort schuldig. Zum ersten Mal fehlt in den „Dietary Guidelines for Americans“ der Hinweis auf die Wichtigkeit des Frühstücks. Es wird tatsächlich nicht länger empfohlen, auf jeden Fall zu frühstücken. Dabei klang der Rat doch immer total logisch – und war gut begründet: Das Frühstück bringt den Stoffwechsel auf Trab, liefert Energie für die bevorstehenden Aufgaben des Tages und trägt – ganz nebenher – auch dazu bei, dass der Bauch nicht über die Hose quillt. Stimmt das jetzt etwa nicht mehr?
Vielleicht verbirgt sich die Antwort in einer Analyse unserer Frühstücksgewohnheiten? Denn was sich da so eingebürgert hat, ist alles andere, als ein guter Start in den Tag.

Zuckerfr-hst-ck

Der Zuckerschock auf dem Frühstücksteller: Kohlenhydrate im Überfluss

„Mann, knurrt mir der Magen!“ Wenn du gerade nach soliden acht Stunden Schlaf aufwachst und nicht während der Nacht mehrfach zum Kühlschrank gepilgert bist, dann sollte dein Verdauungsorgan am Morgen ziemlich leer sein.
Kohlenhydrate sind eine schnell verfügbare Energiequelle. Kaum im Magen, sind sie auch schon im Blut. Vielleicht landen sie deshalb so häufig und in so großer Menge auf dem Frühstückstisch. Weißbrot, Croissants, Marmelade, Müsli und ein buntes Sortiment so genannter „Frühstücksflakes“ – oft kommt zur ohnehin schon kohlenhydratreichen Unterlage noch eine zusätzliche Portion Zucker hinzu. Low Carb-Essern bietet der durchschnittliche, deutsche Frühstückstisch reichlich wenig Auswahl. Wenn du dein Frühstück auf dem Weg zur Arbeit erledigst, sieht die Lage auch nicht besser aus. Das Bäckerhandwerk hat den Frühstücksmarkt fest in seiner Hand. Und beim Bäcker gibt es nun mal – belegte Brötchen und süße Croissants.

Das-Mittagstief

Frühstücken und die leidige Sache mit dem Mittagstief

Es ist neun Uhr morgens. Das Frühstücksbrötchen ist gerade in deinem Magen angekommen. Der Frühstückskaffee entfaltet seine Wirkung. Du fühlst dich deinen Aufgaben am Arbeitsplatz halbwegs gewachsen. Die Energieversorgung für die nächsten Stunden ist jedenfalls gesichert. Doch irgendwann dreht sich der Wind: Der Hunger stellt sich bereits vor der Mittagspause ein. Wartet dann ein fettiges Mittagessen auf dich, ist der Leistungsknick am frühen Nachmittag eigentlich vorprogrammiert. Nach dem Zuckerschock am Morgen, tut sich dein Körper mit der Verwertung von Fett gerade ziemlich schwer. Außerdem ist er in diesem Moment voll und ganz mit der Verdauung beschäftigt. Für den Kopf, die Schaltzentrale, die normalerweise den Vorrang vor allen anderen Systemen hat, ist nicht mehr genug Power übrig. Die Lichter gehen aus...

Zwar wurde der Zusammenhang zwischen Mittagstief und Frühstücksbrötchen noch nicht hinreichend wissenschaftlich untersucht, aber es gibt zwei Sachen, die bei der Sache auffallen: An Low Carb-Essern geht das Mittagstief scheinbar spurlos vorbei. Und auch das Timing passt ziemlich gut in die Theorie: Kaum sind die Kohlenhydratspeicher leer, geht dem in der Fettverbrennung untrainierten Körper die Energie aus. Zum Mittagessen muss es dann aber eine richtige Mahlzeit sein, damit die Kraft bis zum Abend anhält. Kommt dann jedoch die Belastung des Essenverdauens auf dich zu, geht es mit der Leistungsfähigkeit stattdessen rapide bergab.

Warum kommen Studien dann zu dem Ergebnis, dass das Frühstück so gesund ist?

Stell dir vor, du bist ein Unternehmen, das Frühstückszerealien herstellt. Dein Geschäftsmodell basiert also in weiten Teilen auf der Vermarktung von Getreide und Zucker. Insofern kommt es dir gelegen, wenn möglichst viele Leute im Frühstück die „wichtigste Mahlzeit des Tages“ sehen. Denn: Je mehr gefrühstückt wird, desto größer dein Umsatz.
Zum Glück essen die Menschen gerne Frühstück. Deshalb stehen dir ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung, um Geld in die Forschung zu stecken. Was dabei herauskommt, muss noch nicht einmal „Fake News“ sein. Es genügt, den Fokus ein bisschen enger zu schnallen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Publikation und Verbreitung über ernährungswissenschaftliche Fachmedien leisten dann den Rest.

Zum Beispiel zitiert eine deiner Veröffentlichungen eine Studie, die herausgefunden haben will, „dass Männer, die das Frühstück normalerweise ausfallen lassen, eine um 27% höhere Wahrscheinlichkeit haben, eine koronare Herzerkrankung zu erleiden“, häufiger übergewichtig sind und um 21% wahrscheinlicher an Diabetes des Typs 2 erkranken. War da nicht etwas? Klingt das nicht auf den ersten Blick so, wie die Folgeerscheinungen, die man mit einem hohen Weizen- und Zuckerkonsum in Verbindung bringt? Zum Beispiel, wenn man deine Produkte isst. Zufall? Vertauschte Fakten?

Falls du im Studium in Statistik aufmerksam zugehört hast, hast du vielleicht auch schon gehört, dass der Verbrauch von Speiseeis und die Zahl der Morde in New York positiv korreliert sind. Wenn die Menge an verkauftem Eis pro Person zunimmt, nimmt auch die Zahl der Morde zu.

Die Auflösung beider Probleme liegt in der Art und Weise, wie man eine wissenschaftliche Fragestellung formuliert. Natürlich sagt das Papier des Zerealien-Herstellers nichts darüber aus, wie sich der restliche Tag der Probanden gestaltet. Nimmt man zum Beispiel an, dass der Zeitfaktor beim Frühstücksverzicht eine Rolle spielt – der Proband womöglich einfach nicht zum Frühstücken kommt – kann man sich gut vorstellen, dass er vielleicht auch keine Zeit für das Mittagessen hat und sich sein Essen beim Drive-In einer Fastfood-Kette besorgt. Vielleicht benötigt er am Abend mehrere Flaschen Bier um endlich abschalten zu können... Letztendlich können viele Faktoren verantwortlich sein, warum ein Mensch Herzkrankheiten, Diabetes und Übergewicht entwickelt. Das fehlende Frühstück als alleinige Ursache darzustellen, lässt jedenfalls viele Fragen offen.

Und nur für den Fall, dass du dich gefragt hast, wie die Geschichte mit den Eisverkäufen und den Morden ausgeht: Es hat natürlich nichts damit zu tun, dass der Eisverkäufer kein „anständiges Frühstück“ hatte. Dafür umso mehr mit den Außentemperaturen. Steigen im Sommer die Temperaturen, sind mehr Menschen draußen auf der Straße. Dort essen sie zum einen mehr Eis. Zum anderen steigt aufgrund der höheren Interaktionsrate – man trifft draußen einfach mehr Menschen, als in den eigenen vier Wänden – auch die Zahl der Konflikte. Und davon haben manche einen tödlichen Ausgang. Wenn du also das nächste Mal liest, dass „Menschen, die regelmäßig Cerealien essen, gesünder sind“ – eine weitere Behauptung des „Informationsblattes“ unseres Zerealien-Herstellers, weißt du spätestens jetzt, dass sich solche Behauptungen am besten mit einem Körnchen Salz genießen lassen. Nicht immer sind Sachen, die miteinander korrelieren auch kausal füreinander verantwortlich.

Fr-hst-ck-in-Deutschland

Deutschland, ein Land der Frühstücksverweigerer?

Laut einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2013, ist Deutschland ein Land der Frühstücksmuffel. 28 Prozent gaben an, unregelmäßig zu frühstücken, 13 Prozent setzten ihr Kreuzchen bei „gar nicht“.
Sind die also alle krank? Die Gründe, aus denen Menschen auf das Frühstück verzichten, sind so vielfältig, wie die Auslagen des Frühstücksbäckers, der auf seine Kunden wartet. Fällst du auch in eine der Schubladen, die uns spontan eingefallen sind?

  • Die Eintracht der Eulen: Wenn du zu den Spätaufstehern zählst, bist du zu den klassischen Frühstückszeiten vor Arbeitsbeginn vielleicht noch gar nicht richtig wach. Solange du noch im Halbschlaf dahinvegetierst, tut dein Magen es dir gleich. Dafür bist du zum Mittagessen dann hungrig und wach.
  • Die Armada der Abnehmwilligen: Bringen Frühstücks-Fans weniger Gewicht auf die Waage, als Nicht-Frühstücker? Fährt das Frühstück am Morgen tatsächlich den Stoffwechsel hoch und sorgt für einen höheren Grundumsatz? Je nachdem, wen man fragt, bekommt man andere Studienergebnisse präsentiert. Am Ende bleibt dann doch nur eine Wahrheit bestehen: Wer zu viel isst, wird dick. Also besser weg mit dem Frühstück...
  • Die Abteilung der Asketen: Frühstück vor dem Gym geht gar nicht. Wäre doch zu peinlich, wenn man den Mageninhalt im Studio auf der schicken Yogamatte hinterlässt – nur weil man sich am Frühstückstisch nicht beherrschen konnte.
  • Die Eqipe der Ernährungsbewussten: ist der Bulletproof Coffee Frühstück oder nicht? Solange diese Frage nicht endgültig geklärt ist, verbleibt die Bulletproof-Fraktion im Niemandsland zwischen Frühstück und Nicht-Frühstück.
  • Der Zug der zu-Späten: Beim Bäcker anstehen? Niemals! Im Zweifelsfall geht’s auch mal ohne. Nur nicht zu spät im Büro ankommen.

Profifr-hst-ck

Frühstücken für Fortgeschrittene: Mit den richtige Zutaten satt werden

Ja, es gibt so etwas, wie ein gesundes Frühstück. Wenn man Ernährungsexperten fragt, besteht es aus Protein, Fetten, Obst und Gemüse. Sehen wir da ein langes Gesicht? Frühstücken ist in unserer Verstellung traditionell mit Brot und Backwaren verknüpft. Und das macht die Sache für dich nicht gerade einfacher. Wenn du dir als Low Carb-Esser dein Frühstück auf dem Arbeitsweg besorgen willst, hast du zum Beispiel denkbar schlechte Karten. Das ToGo-Angebot an Frühstücksoptionen
, das dir unterwegs angeboten wird, richtet sich nämlich nach den Gewohnheiten der Mehrheit. Spontane Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“ musst du dir leider verkneifen. Das muss nicht in alle Ewigkeit so bleiben. Immerhin reagiert der Markt auf die Wünsche der Konsumenten. Aber so lange die kritische Masse an Konsumenten noch nicht erreicht ist, bleiben dir nur die Optionen „Vorkochen“ oder „zuhause Frühstücken“.

Doch wie sorgt man für Abwechslung auf dem Frühstückstisch, wenn der „Klassiker“, das Getreidemehl, plötzlich auf der Abschussliste steht? In beiden Fällen musst du zwar etwas vorplanen, der reuelose Genuss macht den Aufwand aber schnell wieder wett. Und – falls es dir noch nicht aufgefallen ist – unser Fitmeals-Shop lässt das Herz von Frühstücks-Fans ebenfalls höher schlagen. Natürlich haben wir auch eine Rezeptecke zum Thema Frühstück eingerichtet. Du musst dich also nur noch bedienen. Unsere besten Tipps gibt es gratis dazu:

  • Ran an den Backofen! Brotbacken ohne Getreidemehl ist ein Kinderspiel mit Gelinggarantie. Wie du dir dein Brot belegst und wo du es isst, bleibt natürlich dir überlassen: süß oder deftig, im Büro oder gemütlich zuhause am Frühstückstisch. Falls dir Brot auf Dauer zu langweilig ist und du deine Backkünste erweitern willst, probiere dich einfach durch unsere Rezeptsammlung. Auch selbstgebackene Muffins sind eine Erfahrung, die man einmal im Leben gemacht haben sollte.
  • Hau dir ein Ei in die Pfanne. Eier ein Staplefood, auf das du nicht verzichten solltest, wenn du es deftig magst. Eier sind vielseitig und eignen sich in vielen Varianten sogar für den Transport. Zum Beispiel in hartgekochter Form oder als Wrap in der Frühstücksbox.
  • Kauf dir einen Blender! Wenn du dich eingangs dieses Kapitel gefragt hast, wie man Fett, Protein, Obst und Gemüse in eine Mahlzeit packen kann, kommt hier der Königsweg. Des Rätsels Lösung heißt „Grüne Smoothies“. In einem Becher ToGo verpackt, kannst du dieses Frühstück sogar auf dem Arbeitsweg konsumieren. Der wichtigste Tipp: Spar auf keinen Fall am Blender! Hochleistungsmodelle dröseln das Grünzeug in seine kleinsten Bestandteile auf. So hast du maximalen Genuss und maximalen gesundheitliche Profit auf einen Streich.
  • Hol dir die Müslis aus dem Fitmeals-Shop. Müsli-Fans können erleichtert aufatmen. Die Müsli-Krise im Rahmen des Getreideverzichts kannst du hiermit für beendet erklären. Fitmeals-Müslis gibt es in vielen Varianten. Alle sind in Frühstücksgröße in Papierbechern verpackt, erfüllen also auch deine Wünschen an Umweltbewusstsein und einfachen Transport.

Leben-ohne-Fr-hst-ck

Leben ohne Frühstück: Warum man es macht und was es dir bringt

Wusstest du, dass eine Tasse Butterkaffee und ein Salamibrötchen ohne weitere Extras in etwa die gleiche Anzahl an Kilokalorien haben? Ungefähr 235 Kalorien bringen beide auf den Frühstückstisch. Ob sich der „Bulletproof Coffee“ damit als Frühstück qualifiziert, ist Ansichtssache. Anhänger des intermittierenden Fastens schwören zum Beispiel auf den fettigen Kaffee, weil er den Körper noch im Fastenmodus belässt. Wer das Zeitfenster für die Nahrungsaufnahme auf sechs Stunden am Tag beschränkt, hat natürlich kein Interesse an Aktivitäten, wie dem Frühstück. Interessant ist, was die bisherigen Forschungsergebnisse berichten: Intermittierendes Fasten soll die Risiken für altersbedingte Krankheiten reduzieren, das Abnehmen vereinfachen und, so wie es aussieht, auch das Leben verlängern. Gehört die Geschichte vom Frühstück als der wertvollsten Mahlzeit des Tages damit endgültig ins Reich der Mythen? Es bleibt auf jeden Fall spannend. Das letzte Wort in Sachen Frühstück ist definitiv noch nicht gesprochen..

Tags: Frühstück

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

zurück zur Blog Übersicht